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Herzlich Willkommen...


in der evangelischen Kirchengemeinde Grossheppach

Wir sind eine lebendige Gemeinde, die vom Engagement vieler Menschen lebt.
Auf den nachfolgenden Seiten erfahren Sie mehr über unser Gemeindeleben, über aktuelle Gottesdienste und Veranstaltungen sowie über regelmäßige Angebote für Jung und Alt.
In den Räumlichkeiten unserer Kirche bieten wir einen Treffpunkt für alle, die Lust auf Gemeinschaft und Interesse am Glauben haben.
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!

Jesaja 55,1



Jesus spricht: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten.

Johannes 4,14

Gottesdienst bei der Rundkirche

Am Sonntag, 12. Juli, werden wir um 10 Uhr unseren Gemeindegottesdienst bei der Rundkirche feiern. Der Posaunenchor gestaltet ihn musikalisch mit. Bitte bringen Sie, wenn möglich, eine Sitzgelegenheit mit. In diesem Gottesdienst wird Ben Böhringer getauft.

In der Ägidiuskirche wird kein Gottesdienst sein.

Auch sonst findet der Gottesdienst wieder jeden Sonntag um 10 Uhr statt, in der Regel in der Ägidiuskirche. Weil die Anzahl der Plätze in der Kirche beschränkt ist, übertragen wir ihn auch auf den Kirchplatz. Es muss also niemand zuhause blei´ben.

Herzliche Einladung!

Neue Konfigruppe

Unsere neue Konfigruppe ist gestartet! Zwölf Jungs und Mädchen aus unserer Gemeinde bereiten sich auf die Konfirmation im nächsten Jahr vor. “Richtige” Treffen im Gemeindehaus sind wieder möglich, auch, weil die Gruppe klein ist. Die Konfis haben inzwischen ihre Bibel bekommen und den Einband dafür selbst gestaltet. Bis zu den Sommerferien verziert jeder noch seine eigene Konfikerze und wir machen eine Radtour.

Mutmachworte

An dieser Stelle sollen ab jetzt Geschichten, Gedanken, Gedichte stehen, die uns helfen, zuversichtlich in den Tag zu gehen. Die “neue” Geschichte steht immer ganz oben – die “alten” Texte werden nur nach unten geschoben, so dass man auch später noch darauf zugreifen kann.

Wir leben zwar
in einer mit uns
gefallenen Schöpfung,
aber mit einem für uns
auferstandenen Schöpfer!

So sind wir in ihm
und in unserer
Gemeinschaft mit ihm
bereits heute
neue Geschöpfe,
obwohl wir
von uns aus
und ohne ihn
immer noch ganz
die Alten wären.

Hans-Joachim Eckstein

Christus spricht: “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis wandeln. Er wird das Licht des Lebens haben.”

Der Psalm der Tageslese vom 24. Mai ist Psalm 131:
Mit Gott in Frieden
1 Von David, ein Wallfahrtslied.
HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. 2 Ja, ich ließ meine Seele still und ruhig werden; wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.
3 Israel, hoffe auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

Dazu die Erklärung aus dem Neukirchener Kalender:
“Es ist ein ´entwöhntes` Kind gemeint. Die Urangst im Leben dieses Kindes ist schon gestillt. Es fängt nicht gleich an zu schreiben, wenn die Mutter sich ihm einmal nicht sofort zuwendet. Die Psychologie sagt: Ein Leben lang tragen wir in uns das kleine Kind, das wir einmal waren. Aber zum Reifen des Lebens gehört, dass uns diese kindliche Erfahrung nicht mehr beherrscht. Im Gottvertrauen kann sich eine gestillte Seele entfalten. Dann bestimmt nicht mehr der Säugling unser Verhalten, der bei jeder Verunsicherung nach der Mutter schreit. Sondern dann tragen wir ein gestilltes Kind in uns, das aus dem Vertrauen lebt.”

“Wenn der Baum geboren wird, ist er nicht sofort groß.
Wenn er groß ist, blüht er nicht sofort.
Wenn er blüht, bringt er nicht sofort Früchte hervor.
Wenn er Früchte hervorbringt, sind sie nicht sofort reif.
Wenn sie reif sind, werden sie nicht sofort gegessen.”
Ägidius von Assisi (+ 1262), Franziskanermönch, einer der engsten Vertrauten von Franz von Assisi

“´Alles wird gut` – reinen Gewissens kann das eigentlich nur behaupten, wer an Erlösung und Auferstehung glaubt, für alle anderen ist der Satz eine Instagram-Sentimentalität, ein Stück Holz zum Festhalten – leider ein ziemlich morsches, weil es von keinem einzigen Argument flankiert wird.” Tobias Haberl, SüddeutscheZeitungMagazin
“Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten” (1.Kor.15, 20) – wir glauben an Erlösung und Auferstehung durch ihn.

Heber Romero ist Missionar in Kuba und macht eine unglaublich engagierte Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Beim Weltgebetstag aus Kuba vor einigen Jahren waren auch Lieder von ihm dabei. Das Bild stammt noch aus der Weihnachtszeit. Er schreibt in seinem Osterbrief:

Dear friends,
greetings from Santa Clara, Cuba, in the days of COVID-19.

As humanity goes through a desert of social isolation, disease, despair and death due to the Coronavirus, the children of God cling to His Word, promises of protection and hope that assure us that we are not alone in this boat, and that at the appropriate time our Lord will calm the storm.

Today is the time for closed temples and quarantine, forcing us to stay home. But even so, we must be creative and find new ways to continue announcing the Gospel, sowing the good seed of the kingdom of God in our community. There are terrified families, desperately looking for words of encouragement and outstretched hands to help them not to be shipwrecked. There is a lack of medicines, food and resources to care for children and the elderly. People have to wait in long lines from dawn to buy a small piece of chicken, detergent or toilet paper.

Faced with anguish and need, Christians should be a channel of blessing, at least for the closest neighbor, putting into practice the “new commandment” of Jesus. We must raise our voices and extend our friendly and merciful hand in obedience to Him, who left an example for us.

Members of our young church miss meeting and hugging as usual. However, we maintain meditation on the Word, koinonia and unity in the Spirit via WhatsApp and Cellphones, and we meet every Monday opencast on top of a nearby hill to pray for our country and for the world.

We pray for the cessation of this Pandemic in all countries; for a revival so that the leaders of all nations bend their knees and recognize that they need Jesus Christ, the only one who can change their hearts and make a world where justice, love and peace reign.

We wish you happy Easter of resurrection … “Christ Lives”

Love and blessings

Heber & Lidia E. Romero
Missionary family in Cuba

Gott führe uns freundlich durch diese Zeiten; aber vor allem führe er uns zu sich… Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott, d.h. er bleibt der Herr der Erde, er erhält seine Kirche, er schenkt uns immer neuen Glauben, legt uns nie mehr auf, als wir tragen können, macht uns seiner Nähe und Hilfe froh, erhört unsere Gebete und führt uns auf dem besten und geradesten Wege zu sich. Indem Gott dies gewiß tut, verschafft er sich durch uns Lob…
Laß uns in Geduld und Zuversicht der Zukunft entgegengehen.”
Dietrich Bonhoeffer

Bei der Bibellese am vergangenen Sonntag – Psalm 148 – habe ich eine interessante Entdeckung gemacht. Im Psalm wird Gott gelobt, weil er alles so wunderbar erschaffen hat: Sonne und Mond, die leuchtenden Sterne, den Himmel und die Wolken, Berge und Hügel, Bäume, Tiere, alles, was kriecht und fliegt, alles nach seiner Ordnung, und auch die Menschen in ihrer Verschiedenheit. Alle werden aufgefordert, Gott zu loben. Da kann man leicht mit einstimmen. Aber dann werden in V.7 und 8 auch die großen Fische im Meer (die man als Meerungeheuer gefürchtet hat) und alle Tiefen des Meeres, Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, auch die Sturmwinde – eben alles, was unheimlich ist und Angst macht oder Schaden anrichten kann – aufgefordert, Gott zu loben und gesagt, dass auch sie „sein Wort ausrichten“. Also auch die Dinge, die zunächst nur negativ erscheinen. Es gibt nichts – NICHTS! – in dieser Welt, das nicht Gott loben kann, das nicht dazu taugen würde, Gottes Wort auszurichten, so muss man das wohl verstehen.
Was bedeutet das für unsere Zeit mit ihren Schrecken? Kann auch sie eine Anrede Gottes an uns sein? Hat sie uns etwas zu sagen? Kann auch durch sie Gottes Herrlichkeit sichtbar werden?

Im Jahr 1527 wütet in Breslau die Pest. Die dortigen Prediger wenden sich an Martin Luther und bitten ihn um Rat: Solle man als Christ vor der Krankheit fliehen oder im Vertrauen auf Gott alle Sorgen beiseite schieben?
Martin Luther antwortet mit dem Brief “Ob man vor dem Sterben fliehen möge” so:
“Wohlan, der Feind hat uns durch Gottes Verhängnis Gift und tödliche Krankheit hereingeschickt. So will ich auch zu Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen, Orte und Personen meiden, wo man meiner nicht bedarf, damit nicht ich selbst verwahrlose und dazu durch mich vielleicht andere vergiftet und angesteckt werden und ich ihnen durch meine Fahrlässigkeit zur Ursache des Todes werden würde. Will mich mein Gott indes haben, so wird er mich wohl finden. So aber habe ich getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen Tod noch an dem des Anderen schuld.
Wo aber mein Nächster mich braucht, will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen, und helfen, so wie oben gesagt ist.
Siehe, das ist ein rechter gottesfürchtiger Glaube, der nicht dummkühn und frech ist und der Gott auch nicht versucht.” WA 23, S.365-366.

Losung für den heutigen Tag
“Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen
und das Höckrige zur Ebene.”
Jes. 42, 16

Gute Aussichten
“Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter!
Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer!
Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht!”
(Lothar Zenetti)

“Corona” – so heißt das Wort, das uns alle so belastet und schreckt. Corona – das ist der lateinische Name für eine Krone. Offenbar sieht das Virus unter dem Mikroskop aus wie eine Krone und hat deshalb diesen Namen. Wie gut, dass es noch andere Kronen gibt als die von diesem Krankheitserreger, der nun in aller Munde ist. “Lobe den Herrn, meine Seele… Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit…”.
Ja, zu allen Zeiten haben Menschen auf Gott vertraut, darauf, dass er uns mit Gnade und Barmherzigkeit krönt, gerade wenn es zum Fürchten war.
Auch Jesus nimmt unsere Angst und Sorge ernst. Er sagt im Johannesevangelium: “In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” (Joh. 16, 33)
Gabriele Arnold, Prälatin von Stuttgart

Der Wochenspruch:
“Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.”

Neuanfang in Guatemala
Eine Frau aus meiner früheren Gemeinde, Anfang 40, hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und ist im Februar nach Guatemala ausgewandert, in die Stadt Antigua. Die Coronakrise hat sie dort voll erwischt: noch kaum recht angekommen, ohne soziales Netzwerk, hat sie ihren Arbeitsplatz verloren – und ist nun ganz auf sich alleine gestellt. Zudem wird sie als Europäerin misstrauisch bis feindlich behandelt. Sie hat nicht lamentiert, sondern nach einer sinnvollen Aufgabe gesucht, und eine großartige Hilfsaktion für Slumbewohner initiiert, zusammen mit einer anderen Deutschen, die in der Stadt lebt. Auf Ihren Facebookaufruf haben viele Freunde und Bekannte ihr Geld gespendet, mit dem sie Lebensmittel für die Ärmsten der Armen besorgt und verteilt. Wie durch ein Wunder kommt sie in Kontakt zum leitenden Arzt eines Krankenhauses, der einen Raum zur Lagerung der Lebensmittel im Krankenhaus und ein Auto zur Verfügung stellt und auch weiß, wer wirklich in großer Not ist. Nach einigen Wochen der Hilfe muss sie feststellen, dass dieser Arzt zwar hilfsbereit ist, aber durchaus auch seine eigenen Ziele verfolgt: er will nämlich Bürgermeister der Stadt werden und versucht durch diese Hilfsaktion Stimmen zu gewinnen. Das will sie nicht unterstützen. Sie beendet die Kooperation. Aber wie soll die Hilfe nun weitergehen?

“Da standen wir nun mit noch ein paar Tausend Euro auf dem Konto und keinem wirklichen Plan, wie wir erneut bei Null anfangen sollten. Denn die Probleme waren ja noch identisch wie vor einigen Wochen – kein Raum, kein Auto, kein Netzwerk. Ich kann jetzt schon mal vorgreifen, dass sich dann alle drei innerhalb von Tagen wundersamerweise in Luft aufgelöst hatten und wir inzwischen volle Kraft voraus als komplett eigenständige Truppe unsere Mission mindestens genauso erfolgreich weiterführen. Was mich nicht nur unsagbar glücklich, sondern auch ein bisschen stolz macht. Aber dazu dann in ein paar Tagen mehr, denn die Schwierigkeit mit den jeweils viiiiel zu kurzen Tagen und meinem andauernden Schlafmangel ist leider auch immer noch dieselbe ;)” .

Komme, was mag: Gott ist mächtig
Wenn unsere Tage verdunkelt sind
und unsere Nächte finsterer
als tausend Mitternächte,
so wollen wir stets daran denken,
dass es in der Welt eine große,
segnende Kraft gibt, die Gott heißt.

Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen.
Er will das dunkle Gestern
in ein helles Morgen verwandeln –
zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.

Martin Luther King

Psalm 13 2 HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? 3 Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele / und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben? 4 Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe, 5 dass nicht mein Feind sich rühme, er sei meiner mächtig geworden, und meine Widersacher sich freuen, dass ich wanke. 6 Ich traue aber darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst. Ich will dem HERRN singen, dass er so wohl an mir tut.

Wem würden wir dieses Psalmlied vorsingen?
Einem Kranken vielleicht. Er könnte sich angesprochen fühlen und in den vorgetragenen Hilferuf mit einstimmen. Wie lange noch? Wie lange noch Schmerzen und Ungewissheit. Wie lange noch Abgrenzung vom normalen Alltag? Gibt es Heilung? Gibt es Besserung? Und was kommt dann? Wird das „Danach“ ein „So wie früher“?

Wir könnten es einem jener Alltagshelden vorsingen, die wir in vielen Bereichen unseres gemeinsamen Lebens entdecken: an der Supermarktkasse, in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen, bei Ordnungskräften, den Alleinerziehenden und, und, und, … .Wie lange reichen die Kräfte, die Motivation, die körperliche und seelische Energie? Reicht es bis zum Ende der Krise? Und dann?

Wir könnten es den Selbständigen und Unternehmern singen, den Geschäftsleuten, Gastwirten, Hoteliers, den Musikern, Theaterleuten, Künstlern … .
Viele könnten mit einstimmen in dieses Lied: wie lange noch? Gemeinsam erleben wir in dieser Krisenzeit Corona, wie diese Frage an uns zehrt: wie lange noch dieser Ausnahmezustand? Wie bekommen wir die Zeit hin, bis die Krise überwunden ist? Davon können wir singen und uns in einem vielstimmigen Chor wiederfinden. Wie lange noch? Die Zeit wird lang und länger …

Am Ende des Psalmlieds tritt der Vorsänger uns gegenüber. Er schlägt einen anderen Ton an. Nicht die bedrängende Frage nach dem Zeitpunkt für das Ende der Not soll der Schluss des Liedes sein.
Das Lied endet mit großer Zuversicht. So als ob der Vorsänger alle seine Hoffnung und all sein Gottvertrauen zusammengenommen hat, setzt er sie der Ungewissheit entgegen. Es gab doch schon einmal andere Erfahrungen. Erfahrungen mit meinem Gott, der gnädig und barmherzig war. Da gab es doch die Hilfen in schweren Zeiten. Warum also nicht auch jetzt?! „Ich traue aber darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst.“ Lasst uns zum Vorsänger solcher Glaubenszuversicht werden. Oder lasst uns auf solche Hoffnungslieder hören, in diewir dann einstimmen können.
Pfarrer Matthias Wagner, Michaelskirche Waiblingen

“Alles wird gut”.
Dieser Spruch hängt seit einiger Zeit in vielen Fenstern, von Kinderhand geschrieben. Als Reaktion auf die Angst, die das Corona-Virus verbreitet. Wir haben das wahrscheinlich aus Italien übernommen, wo man Tücher mit den Worten “Tutto andra bene” aus dem Fenster gehängt hat.
Ich habe mich mit diesem Spruch zuerst etwas schwer getan. Nicht deshalb, weil ich mir das nicht wünschen würde. Und natürlich sehe ich die Absicht, Kinder zu ermutigen. Trotzdem kam es mir ein wenig so vor wie das berühmte Pfeifen im Wald. Ist das nicht einfach leichtfertig so dahingesagt? Wird wirklich alles gut? Oder wird diese schwierige Zeit nicht vielfältige seelische und materielle Narben hinterlassen? Nicht wenige sagen, dass diese Krise unser Land, ja unsere Welt nachhaltig verändern wird. Wie kann man da behaupten: “Alles wird gut!”? Sicher nicht im Sinn von: es wird nachher alles wie vorher sein.
Was mich mit dem Spruch versöhnt hat ist der bunte Regenbogen, der über diese Worte gemalt ist. Er erinnert an die Krise zur Zeit Noahs, als die Welt im Wasser unterging. Danach hat Gott versprochen, dass er nie mehr solch ein Verderben schicken werde. Der Regenbogen erinnert an Gottes Zusage, dass “Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht” nicht aufhören werden. Wenn Gott das zusagt, dass alles gut wird, dann glaube ich das. Dann schaue ich zuversichtlich auf das, was kommt.

**Die Chance der Bärenraupe,
über die Straße zu kommen**
Rudolf Otto Wiemer

Keine Chance. Sechs Meter Asphalt.
Zwanzig Autos in einer Minute.
Fünf Laster. Ein Schlepper. Ein Pferdefuhrwerk.

Die Bärenraupe weiß nichts von Autos.
Sie weiß nicht, wie breit der Asphalt ist.
Weiß nichts von Fußgängern, Radfahrern, Mopeds.

Die Bärenraupe weiß nur, dass jenseits
Grün wächst. Herrliches Grün, vermutlich fressbar.
Sie hat Lust auf Grün. Man müsste hinüber.

Keine Chance. Sechs Meter Asphalt.
Sie geht los. Geht los auf Stummelfüßen.
Zwanzig Autos in einer Minute.

Geht los ohne Hast. Ohne Furcht. Ohne Taktik.
Fünf Laster. Ein Schlepper. Ein Pferdefuhrwerk.
Geht los und geht und geht und geht …
und kommt an.

Heute eine Geschichte von Pfarrer Ralf Sedlak aus Aich – Neuenhaus. Er hat sie im Evangelischen Gemeindeblatt erzählt.

“Ich hatte für eine unserer beiden Kirchen eine Osterkerze zum Ostersonntag gestaltet und zum Motiv der Kerze eine Besinnung geschrieben. Am Ostersonntag stand dann eine Familie aus der Nachbarschaft mit Tränen in den Augen vor unserer Gartentür: die neunjährige Tochter hatte sich die Kerze genau ansehen wollen und war mit ihrem Fuß am Ständer der Osterkerze hängengeblieben. Da war das Unglück geschehen, die Osterkerze in mehrere Stücke gebrochen. Mit Frischhaltefolie konnte ich die Kerze notdürftig reparieren.
Das Unglück nahm ich zum Anlass, eine neue Besinnung zur Kerze zu schreiben – denn: passt nicht eine in Schutzfolie gepackte, fragile Osterkerze genau in unsere Tage? Glaubenszweifel und zerbrechliche Hoffnung angesichts der Corona-Krise, eine verletzte und in Schutzfolie gepackte Kerze, wo gerade Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte in Schutzkleidung in unseren Kliniken und Heimen Dienst tun?
Ich schloss meine Überlegungen mit den Worten, dass ich für das Mädchen aus der Nachbarschaft einen Regenbogen malen wollte, dazu den Satz: ´Tutto andrà bene`, zu deutsch: Alles wird gut.
Die neue Besinnung war keine Minute auf der Homepage unserer Kirchengemeinde eingestellt, da zeigte sich dieser Regenbogen am Himmel über unserer Kirche. Mit Tränen in den Augen haben wir an den Himmel geblickt.”

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